Supported Employment

Supported Employment (deutsch: Unterstützte Beschäftigung) ist ein neuer Ansatz in der beruflichen Wiedereingliederung und gibt der dafür zuständigen Abteilung der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich ihren Namen. 

Das Modell Supported Employment wurde in den USA entwickelt. Im Gegensatz zum bisherigen Stufenmodell der Arbeitsintegration, das über Trainings und geschützte Werkstätten führt, wird die direkte Platzierung in den ersten Arbeitsmarkt als individueller und realitätsnaher Rehabilitationsschritt angestrebt. Dabei lautet das Motto: «First place, then train» (deutsch: Erst platzieren, dann trainieren). Arbeit selbst ist Rehabilitation und nicht nur Ziel der Rehabilitation. Die Klient/-innen werden bei ihrer Rückkehr in den Arbeitsmarkt durch eine/n Job Coach konkret und ressourcenorientiert unterstützt. 

Die Abteilung Supported Employment der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich wurde gebildet, nachdem eine europaweite Studie (EQOLISE-Studie siehe Burns et al., 2007) zeigte, dass das Modell Supported Employment auch in der Schweiz umgesetzt werden kann. Menschen mit psychischer Erkrankung, die während der Studie durch Job Coachs unterstützt wurden, fanden früher eine Arbeitsstelle, wurden seltener und kürzer hospitalisiert und berichteten von einer gesteigerten Lebensqualität, verglichen zur Kontrollgruppe. Diese Ergebnisse zeigten sich unabhängig von Alter und Diagnose. Die Abteilung arbeitet seit 2005 weiterhin erfolgreich mit diesem Modell. 

 

Was bedeutet Job Coaching?

 

Job Coaching ist ein integrativer Bestandteil der psychiatrischen Behandlung. Die Job Coachs der Abteilung Supported Employment unterstützen Menschen mit psychischer Erkrankung dabei, im ersten Arbeitsmarkt Fuss zu fassen und dienen als AnsprechpartnerInnen, sowohl für Arbeitnehmende als auch für Arbeitgebende. Der Rahmen des Job Coachings wird individuell auf die Bedürfnisse der Klient/-innen abgestimmt und richtet sich nach den jeweiligen situationsspezifischen Gegebenheiten. Da bei vielen psychischen Krankheiten Schwankungen bezüglich Symptomatik, Befinden und Arbeitsfähigkeit vorkommen können, ist es wichtig, dass das Job Coaching flexibel gestaltet werden kann und so Unterstützung in verschiedenen Krankheitsstadien bietet. 

Der/Die Job Coach bietet in allen Phasen des Wiedereingliederungsprozesses Unterstützung an. Die Bedürfnisse können unterschiedlich aussehen und werden jeweils mit dem/r Klient/in vorgängig abgesprochen: 

 

  • Konkrete Unterstützung im Bewerbungsprozess 
  • Begleitung an Bewerbungsgespräche 
  • Beratung der Klient/-innen während des Anstellungsverhältnisses 
  • Beratung der Arbeitgebenden (z.B. Besonderheiten bei der Anstellung der Klient/-innen, Anpassung der Arbeits- und Umgebungsbedingungen) 
  • Beratungen des Arbeitsteams (z.B. Information über Besonderheiten im Umgang)